Hands behind your back...

Würde, Beobachten und die Praxis der Achtsamkeit

Referentinnen: Christina Heilig-Friedrich und Dr. Yowon Choi, PhD
Idee und Rahmung: Dr. Hagen Böser, Tom Pinkall

Mit allen Sinnen beobachten, was gerade ist. Beobachten als therapeutische oder pädagogische Intervention, manchmal sogar mit der Entscheidung nicht zu handeln. Das verstehen wir mitunter als eine aktive Form der Würdigung der Entwicklungsprozesse von kleinen und großen Menschen.

Wie verändern sich Therapie, Beratung oder einfach auch das (er)Leben, wenn wir Aspekte der Achtsamkeitspraxis ernst nehmen, die sich in den letzten 30 Jahren in verschiedensten Feldern etabliert hat und fester Bestandteil medizinischer, psychotherapeutischer und pädagogischer Angebote geworden ist?

Erfahrbar und anschaulich wird das, wenn zwei Frauen von ihrer Arbeit und Forschung berichten: Yowon Choi arbeitet an der Universität Nijmegen und erkundet Zusammenhänge zwischen Psychotherapie, Achtsamkeitspraxis und Hirnforschung. Sie hat gerade ihre Doktorarbeit in diesem Bereich vorgelegt und wird ins Thema einführen. Christina Heilig-Friedrich begleitet Eltern im Rahmen des Freiburger Vereins „Mit Kindern wachsen“ dabei, zu lernen, ihre Kinder in einer besonderen Weise zu beobachten und wahrzunehmen. Sie wird auch Filmausschnitte und Bilder in ihren Beitrag einfließen lassen und schreibt: „Welche Bedeutung hat es für Kinder, wenn sie häufig die Erfahrungen machen können, respektiert zu werden, so wie sie sind, wenn ihr Streben nach Souveränität unterstützt wird und die Umgebung so vorbereitet ist, dass es ihnen möglich wird, immer wieder, aus Freude und dem Drang sich zu entwickeln, über sich hinauszuwachsen während sie von Erwachsenen begleitet werden, die sich in sie einfühlen?“

Es spricht nichts dagegen etwas zu tun, wenn man etwas tun kann; und das als für den jeweiligen Prozess hilfreich und förderlich betrachtet (was oft schon wieder mehr mit den Bildern und Erfahrungen der BeraterIn zu tun hat als mit dem Menschen, der mir gegenüber ist). Und gleichzeitig haben Entwicklungsprozesse ihr ganz eigenes Tempo und es kann hilfreich sein, den Impuls zu intervenieren deutlich mitzubekommen, die Intention hinter einer Intervention oder Frage zu bemerken und als Beraterin, Therapeutin, Coach, Elternteil, Lehrerin etc. sensibel zu werden für die Beobachtungen von Moment zu Moment.

Herzlich Willkommen!